Rimsberg im Wandel
Das Haus von Familie Orth
Neubau von Ursula und Erhard Orth, 1986 neben dem alten Haus von Familie Orth (siehe oben) errichtet

die chronik von rimsberg - teil 2

von Otto Schmitt

Im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 haben viele junge Rimsberger Männer in Frankreich und Russland ihr Leben verloren. Auch der Zweite Weltkrieg brachte viele männlichen Rimsberger von den Einsatzgebieten Russland und Frankreich nicht mehr nach Hause. Die Namen der gefallenen und vermissten Vaterlandskämpfer aus Rimsberg kann man heute noch auf einer Gedenktafel an der Alten Schule nachlesen.

Rimsberg war lange Zeit ein reines Bauerndorf. Nach 1945 waren nur vier Familien Nebenerwerbsbauern. Bis 1950 wurde alles mit Ochsen, Kühen und Pferden erwirtschaftet, danach erleichterten sich die Bauern ihre beschwerliche Arbeit mit Schleppern und Dreschmaschinen. 1964 wurden die ersten Mähdrescher im Dorf eingesetzt.

1959 setzte das Bauernsterben ein, so dass bis zum Jahr 2000 nur noch vier Bauernfamilien übrig blieben. Ein Teil des bisher von den Verstorbenen bebauten Landes wurde von den noch in Rimsberg lebenden Bauern gepachtet oder gekauft.

Im Jahre 1931/32 wurde unsere Wasserleitung vollständig von Hand gegraben. Ein Schmied von Birkenfeld namens Weirich hatte eine Feldschmiede an den Gräben aufgestellt, womit er die Kreuzhaken und Meisel schärfte. Die Feldschmiede war ständig im Einsatz, da die Arbeiter laufend die stumpf gewordenen Haken und Meisel zum erneuten Schärfen brachten. Ich war damals zwischen neun und zehn Jahren alt. Wir Kinder liefen nach der Schule zu der Baustelle und sahen den Arbeitern bei ihrer schweren Arbeit zu, zu nahe an die Gräben durften wir jedoch nicht herantreten. Für besonders große und harte Felsen war extra ein Sprengmeister aus Saarbrücken zuständig. Die Wasserrohre wurden beim Zusammenfügen mit Teerstücken und flüssigem Blei verdichtet.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 waren Männer der Wehrmacht in Rimsberg einquartiert. Zu dieser Zeit herrschte ein bitterkalter Winter.